Vive l’amitié franco-allemande

Aufgeregt war unsere diesjährige Austauschgruppe der EF, als sie Mitte März am Zielort St. Cloud, unweit von Paris, ankam. Kein Wunder, ist doch ein Schulaustausch viel mehr als eine Reise ins Ausland. Erst recht, wenn er ins Nachbarland Frankreich führt. Die unmittelbare Begegnung von Mensch zu Mensch, direkt vor Ort, in einem neuen französischsprachigen Umfeld, diese Erfahrungen sind nicht zu ersetzen, auch oder erst recht nicht durch virtuelle Realität. Sich darauf einzulassen, gleicht manchmal einem kleinen Abenteuer. Dafür braucht es Offenheit, Neugier, Empathie, Geduld und auch Mut. Belohnt wird man mit neuen menschlichen und sprachlich-kulturellen Erkenntnissen. Der eigene Erfahrungshorizont weitet sich. Eine wertvolle und bereichernde Erfahrung. Umso schöner, dass sich auch dieses Jahr wieder so viele EF-Schüler*innen darauf eingelassen haben. Eine Woche lang profitierte die Gruppe von vielen deutsch-französischen Perspektivenwechseln. So konnte sie den französischen Alltag in Familie, Schule und Freizeit hautnah erleben. Die pulsierende französische Hauptstadt zog alle in ihren Bann. Die Aura des Versailler Schlosses ist ungebrochen. Das Nachbarland hatte an Kontur gewonnen, seine Menschen waren vertrauter geworden. Erschöpft und erfüllt fuhr die Gruppe vom BG nach einer Woche zurück nach Bonn. Hier erwartete sie Anfang Mai die französischen „Corres“ zum Gegenbesuch, diesmal freilich in der Rolle als Gastgeber*in. Es war nicht schwer, an die gemeinsamen Erlebnisse anzuknüpfen, sich wieder sprachlich anzunähern und die entstandenen Beziehungen zu vertiefen. Ein besonderer Höhepunkt: der gemeinsame Konzertbesuch in der neurenovierten Beethovenhalle und die Exkursion ins Siebengebirge. Der Abschied war durchaus wehmütig. Man muss es einfach erlebt haben, wie deutsch-französische Begegnungen Brücken in andere Welten und Mentalitäten bauen, Selbstständigkeit und Gemeinschaftssinn bei den Teilnehmer*innen fördern. Im Rückblick überwiegt die Erleichterung, dass auch auf französischer Seite der Austausch einen hohen Stellenwert besitzt und von den dortigen Kolleginnen engagiert gefördert wird. (Ein großes Glück!) Dass in unserem 400. Jubiläumsjahreskalender Platz für die Organisation des Frankreich-Austauschs gewesen ist. Dass Eltern und Familien dieses Austauschprojekt wieder tatkräftig unterstützt haben. (Vielen Dank!) Dass das Deutsch-Französische Jugendwerk diese Begegnung bezuschusst hat. Und dass wir hoffen können, dass dieses gelungene europäische Projekt auch im nächsten Schuljahr eine Fortsetzung findet. Es lohnt sich! Dann ist nach dem Austausch auch vor dem Austausch.

Für die Fk Französisch Christian Weitz