Polen 2025 - unsere Austauscherfahrung in Schweidnitz

Unser Austausch fand offiziell vom 10. bis zum 19. September 2025 statt. Ich spreche im Plural, da ich stellvertretend für alle Teilnehmer schreibe.                                                     
Inoffiziell begann er jedoch schon zwei Wochen vorher mit dem Besuch des Haus Schlesien in Königswinter. 
Dort lernten wir viel über die Geschichte Schlesiens im Allgemeinen und besonders im Zweiten Weltkrieg. Mir wurde noch einmal besonders bewusst, wie wichtig die deutsch-polnische Freundschaft ist. 
Menschen zu stärken, die nahe der französischen Grenze leben.                                                      
Denn auch meine Großmutter ist, wie viele andere auch, aus Königsberg (ehemalig Preußen) vor der Roten Armee geflohen, und viele haben ein ähnliches Schicksal erlebt. 
Am 10.09. ging es dann mit dem FlixBus los nach Polen. Über Prag fuhren wir nach Schweidnitz. Dort wurden wir am Bahnhof von unseren Austauschpartnerinnen (es waren ausschließlich Mädchen auf polnischer Seite 
am Austausch beteiligt) herzlich willkommen geheißen. Die Austauschpartnerinnen wurden uns vorher mittels Steckbriefen zugeteilt. Über diese haben wir ihre Telefonnummern erhalten, sodass wir uns auch direkt, natürlich auf Englisch, austauschen konnten. 
Die Familie meiner Austauschpartnerin war in jeglicher Hinsicht überaus zuvorkommend. Ich persönlich hätte mir keine bessere vorstellen können. Der Vater Pawel überraschte mich damit, dass er fast fließend Deutsch sprechen konnte, im Gegensatz zu seiner Ehefrau, die tatsächlich ausschließlich Polnisch sprach. Die Kommunikation mit den Austauschpartnerinnen auf Englisch lief fast reibungslos. Gute Englischkenntnisse waren für den Austausch meiner Meinung nach unabdingbar. Am Wochenende waren die meisten zusammen mit Freunden unterwegs. 
Austauschschülerinnen im Kino, auf Wanderungen oder beim Besuch von Breslau. So konnten wir die einzelnen Städte (Schweidnitz und Breslau) auch auf ihre Freizeitmöglichkeiten prüfen. 
Das Kontrastprogramm in den folgenden Wochentagen war von hohem intellektuellem Wert. Schließlich war dies nicht nur ein Austausch, sondern auch eine Bildungsreise. Entsprechend besuchten wir die Friedenskirche in Schweidnitz und die Stadt Breslau inklusive Führung und Stadtrallye. Es folgten ein Besuch der Kynsburg mit Wanderung und Lagerfeuer in einer Jugendherberge mit Basketball- und Fußballplatz sowie ein gemeinsamer Restaurantbesuch aller Teilnehmenden, sodass auch die kulinarische Weiterbildung nicht zu kurz kam. Am Tag der Abreise (Mittwoch) besichtigten wir das Schloss Waldenburg mit einer Ausstellung, die durch den interaktiven Audioguide so interessant war, dass selbst die anspruchsvollsten Jugendlichen die Ausstellung vollständig und in Ruhe genossen. 
Ein eigener Absatz ist mir tatsächlich der Besuch am folgenden Tag in Prag wert, der mir über das zu erwartende Maß gefallen hat. Die Ankunft am Tag zuvor verlief reibungslos und nachdem wir unsere Koffer abgegeben hatten, genossen wir erst einmal ein wunderbares Frühstück.                  
Im Anschluss hatten Frau Zocha und Frau Kaibel eine Tour vorbereitet, die uns an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbeiführte und uns über die geschichtlichen Hintergründe aufklärte. Die Tour endete im Diplomatenviertel. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir bis zum Abendessen um 20:00 Uhr Freizeit, die wir auch ausgiebig zur Stadtbesichtigung und zum Gespräch mit Einheimischen nutzten. Auf der Rückfahrt im FlixBus haben alle, die Eindrücke verarbeitend, geschlafen.  

Abschließend kann ich nur sagen, dass von diesem Austausch nicht nur das neu erworbene Wissen über die Kultur und Historie Polens sowie ein paar polnische Schimpfwörter in unserem Wortschatz bleiben, sondern vor allem die Erinnerung an Erlebnisse und Eindrücke mit und von Menschen, die so alt wie wir sind, aber in einem anderen Land leben. Sie haben ähnliche Interessen, sprechen aber eine andere Sprache, hören die gleiche Musik wie wir und sind auch mit den gleichen Problemen konfrontiert wie wir. Sie haben die Sorge (und diese Sorge haben sie geäußert, ich in diesem Bericht aber noch nicht), dass der Konflikt in der Ukraine eskalieren könnte.  
 
 
Autor: Laurenz Schleifenbaum