Am 10. November 2025 konnte dank der Unterstützung der Bonner Lese- und Erholungsgesellschaft von 1787 auch in diesem Jahr wieder eine Lesung in unserer Aula für die Jahrgangsstufen 8 und 9 im Rahmen des Rheinischen Lesefestes „Käpt´n Book“ stattfinden. Zu Gast war die Jugendbuchautorin Eva Rottmann.
Sie leitete die Klassen durch eine Umfrage, wer heutzutage eigentlich noch gern lese, in ihr Thema ein. Außer ihrem 2024 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Roman „Kurz vor dem Rand“ stellte sie ihr Buch „Mats & Milad“ vor, welches von Liebe und Rassismus handelt, sowie ihren Kurzgeschichtenband „Fucking fucking schön“, der aus verschiedenen Perspektiven das ‚erste Mal‘ thematisiert. Sie betonte, auch als Mutter, wie wichtig und spannend erste Male im Leben seien und dass vor allem viel zu wenig darüber gesprochen werde.
Eva Rottmann las sehr lebhaft vor und stellte oft Zwischenfragen an das Publikum, z. B. vor spannenden Passagen, um den Vortrag interaktiver zu gestalten. Der Roman „Kurz vor dem Rand“, aus welchem sie den Klassen vorlas, thematisiert ein Mädchen namens Arielle, „Ari“ genannt, das sich in einen Jungen namens Tom verliebt, was sich erst einmal sehr klischeehaft und wenig interessant anhören könnte. Nachdem man allerdings einige Einblicke in die Romanhandlung erhalten hatte, merkte man schnell, dass es sich bei dem Roman um mehr als nur um die Erzählung einer ‚klassischen‘ Teenager-Liebesgeschichte handelt, sondern tiefgreifendere Themen vorkommen wie Alkoholmissbrauch und Traumatisierungen im jungen Alter. Die Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, über solche ernsthaften Themen zu sprechen und sie nicht zu tabuisieren. Solche Themen sind nicht immer schön und leicht zu lesen. So zitiert sie auch ihre Hauptfigur Ari mit den Worten: „Wenn ihr auf Happy Ends steht, legt ihr das hier lieber weg und geht euch ein Eis kaufen.“ Das Leben hält eben leider nicht nur Happy Ends bereit. Wie die Geschichte ausgeht, erzählte Eva Rottmann nicht, damit noch eine Spannung besteht und die Entwicklung der Geschichte nicht vorweggenommen ist.
Am Schluss der Lesung gab sie den Schüler:innen noch die Gelegenheit, Fragen zu stellen, sowohl über ihre Romane als auch über ihre Inspiration oder ihr Leben als Autorin. Alle Fragen versuchte sie so gut wie möglich zu beantworten. Und wir können, auch nach Austausch mit anderen Mitschüler:innen im Anschluss an die Lesung, sagen: Dies ist ihr auch sehr gut gelungen! Für die Schüler:innen des Beethoven-Gymnasiums war dies eine gute Erfahrung und eine Möglichkeit, neue Romane und Themen in Geschichten zu entdecken – und zu erleben, dass hinter solchen Geschichten immer Menschen mit ihren persönlichen Erfahrungen stehen. Auch die begleitenden Deutschlehrkräfte, Herr Dierker, Herr Goßner und Herr Schmitz, waren von dieser Lesung, die schon seit vielen Jahren Tradition am Beethoven-Gymnasium für die Mittelstufenklassen ist, wieder sehr begeistert und tauschten sich im folgenden Deutschunterricht mit ihren Schüler:innen nochmals intensiv über diese Erfahrung aus. Herzlichen Dank an Frau Wienecke für die Organisation der Lesung und alle, die diese Lesung für uns ermöglicht haben, natürlich ganz besonders an Eva Rottmann selbst!
Sarim Chung & Greta Friedrich (Klasse 8a)