Am 3. Dezember 2025 verwandelte sich unsere Schulaula in einen Ort der Erinnerung. Aufgeführt wurde das Stück „Das Kind von Noah“ nach der berühmten Erzählung von Éric-Emmanuel Schmitt. Neben unseren Religionsklassen ließen sich auch viele andere Schülerinnen und Schüler unserer und benachbarter Schulen auf diese Zeitreise ein.
Wir wurden Zeugen der berührenden Geschichte des kleinen Joseph. Eine Geschichte, welche fröhlich in einer Straßenbahn beginnt, entwickelt sich zu einem Trauerspiel der Verfolgung. Seine Eltern müssen eine herzzerreißende Entscheidung treffen: Sie geben den Siebenjährigen in fremde Hände, um sein Leben zu retten. In der „Gelben Villa“, einem katholischen Internat, findet Joseph Zuflucht – doch der Preis ist hoch. Er muss seine Identität sterben lassen, um selbst zu überleben.
In dieser dunklen Zeit wird der Leiter des Internats, Pater Pons, zu einem Lichtblick für den kleinen Jungen. Er versteckt Joseph nicht nur, sondern lehrt ihn den Wert der Menschlichkeit und die Bedeutung seiner eigenen jüdischen Wurzeln. Inmitten der ständigen Furcht vor Entdeckung gelingt dem Jungen dennoch, ein Stück Kindheit zu bewahren und so findet er in neuen Freundschaften den Mut weiterzumachen. Das Stück erinnerte uns daran, dass es selbst in den finstersten Zeiten des NS-Regimes Personen gab, die Zivilcourage und Barmherzigkeit zeigten. Es verdeutlichte, dass es auch in einer der dunkelsten Epochen der Historie immer noch Menschen gab.
Die Stille in der Aula (und wirklich jeder schien sehr daran interessiert zu sein, dass es leise war) während der Aufführung sprach Bände. Das Schicksal von Joseph und Pater Pons hat uns tief berührt und zum Nachdenken angeregt. Es war mehr als nur Theater – es war eine Lektion darüber, wie unverzichtbar Respekt, Toleranz und Nächstenliebe auch heute noch sind.
(Von Robert Wick und Hannes Kemmer)