Zu Gast bei der Präsentation des Hiroshimaprojekts in der Universität Bonn

Am Nachmittag des 15. Juli besuchte der Geschichts-LK von Frau Schaaf gemeinsam die Präsentation eines Projekts in der Uni Bonn, bei dem sich Studierende aus der Japanologie mit dem Thema der Atombombenabwürfe der USA auf Japan im Zweiten Weltkrieg beschäftigt hatten.
Dazu haben die Studierenden Plakate entworfen, in denen sie auf verschiedene Schwerpunkte der Thematik näher eingingen.
Ein Poster, das ich besonders interessant fand, beschäftigte sich mit der Frage, ob die Atombombenabwürfe überhaupt nötig waren, um den Krieg zu beenden.
Denn natürlich propagierte die amerikanische Regierung über Jahre, dass dies der Fall gewesen sei.
Mittlerweile sind sich viele Historiker aber nicht mehr sicher, ob dies wirklich der Fall war oder ob der Abwurf bloß eine Machtdemonstration gegenüber der damaligen UdSSR sein sollte.
Allgemein wurde das Ereignis in keinster Weise monokausal betrachtet, sondern die Studierenden versuchten alle Entwicklungen multifaktoriell zu erklären. So wurde die starke Diskriminierung der Betroffenen in Japan selbst, die sogar teilweise heute noch zu spüren ist, genauer beleuchtet.
In den verschiedenen Plakaten wurden gerade diese Folgen der Atombomben deutlich hervorgehoben.
Beispielsweise wurde gezeigt, wie die Opfer mit starken psychischen Problemen zu kämpfen hatten und dass die schweren psychischen Folgen der Atombomben erst in jüngerer Zeit umfassender dokumentiert wurden.
Ganz besonders eindrucksvoll war außerdem ein Plakat , das einige Verletzungen von Überlebenden zeigte, ein wirklich grausamer Anblick, der sehr schwierig in Worte zu fassen ist.
In diesem Zusammenhang habe ich außerdem neu gelernt, dass es in Bonn die „Friedensinitiative Beuel“ gibt, die sich gegen eine atomare Teilhabe der Bundesrepublik ausspricht.
Besonders gut an diesem ersten Teil war, dass die Studierenden, die das jeweilige Plakat entworfen hatten, anwesend waren und jederzeit offene Fragen der Besucher beantwortet haben.
Der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung war meiner Meinung nach jedoch die Vorführung eines Zeitzeugenberichts, den die Studierenden mühselig aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt hatten, um ihn uns mit Untertiteln in Videoform zu zeigen.
Das Video des Zeitzeugen zeigte eindrucksvoll anhand einer Einzelgeschichte, wie stark dieses Ereignis das Leben von Hunderttausenden Menschen, wenn nicht sogar Millionen von Menschen, geprägt hat. Und zwar nicht nur das Leben der Menschen, die vor Ort waren: Die Diskriminierung betrifft oft auch die Kinder und Enkel der Zeitzeugen.
Allgemein hatten wir einen sehr lehrreichen Nachmittag und ich denke, dass wir alle etwas Neues über diesen wichtigen Aspekt des Zweiten Weltkriegs gelernt haben.

Tilman Imhäuser Q1