Nachdem wir bereits vor etwa einem halben Jahr bei unseren Austauschschülern in Polen waren, war es nun an der Zeit, dass sie uns besuchen kommen. Da ich mich beim leider Mal sehr gut mit meiner Austauschpartnerinnen verstanden habe, habe ich mich sehr gefreut, sie nun wiederzusehen und ihr Bonn zeigen zu können.
Am Donnerstag, den 05.03.26 um 12:40 Uhr, sind sie schließlich angekommen. Nach der Ankunft sindzunächst alle in ihre Gastfamilien gegangen, um sich etwas auszuruhen und frisch zu machen nach der langen Reise. Anschließend haben meine Polin und ich einen Spaziergang durch mein Viertel und den angrenzenden Wald gemacht. Wir haben uns direkt wieder gut verstanden und haben uns alles erzählt, was sich im letzten halben Jahr bei uns verändert hat.
Am Wochenende verbrachten die Gastschüler dann die ganze Zeit bei uns in den Familien. Dabei sind wir als Familie mit der Familie einer Freundin von mir, ihr und ihrer Austauschpartnerin am Samstag in das Freilichtmuseum in Kommern gefahren. Dort kann man historische Gebäude aus der Region aus den letzten 500 Jahren besichtigen. An dem Tag war wunderbares Wetter und wir haben es sehr genossen durch die Sonne zu spazieren, uns auszutauschen und einfach die Zeit zu genießen.
Auch am Sonntag haben wir etwas zusammen unternommen: Wir haben uns das Regierungsviertel mit dem UN-Campus angeschaut. Vorab hatten sich die Eltern meiner Freundin etwas informiert und konnten uns somit eine kleine Tour vom Kanzlerbungalow bis hin zur Villa Hammerschmidt über das ganze Gelände geben.Obwohl ich mein ganzes Leben in Bonn gewohnt habe, konnte ich dabei viel Neues lernen und es hat mir viel Spaß gemacht.
Ein besonderer Programmpunkt war außerdem das Spiel der Telekom Baskets Bonn am Sonntagnachmittag. Ich war zuvor nur mit meiner Grundschule bei einem ihrer Spiele gewesen, weswegen es auch für mich eine neue Erfahrung war. Die Atmosphäre war beeindruckend und die Stimmung außergewöhnlich gut, besonders da wir uns im Fanblock befanden.
Auch an den übrigen Tagen haben wir abwechslungsreiche und spaßige bzw. interessante Aktivitäten unternommen, wie z.B. Wandern im Siebengebirge, ein Besuch im EL-DE Haus in Köln und Klettern in einer Kletterhalle. Selbst in unserer freien Zeit haben wir in kleineren Gruppen noch etwas unternommen, um Zeit miteinander verbringen zu können, wie z.B. einen netten Filmabend oder zusammen Essen gehen.
Dabei ist uns aufgefallen, dass wir als Menschen gar nicht so unterschiedlich sind. Wir haben gleiche Interessen, vergleichbare Probleme und einen ähnlichen Alltag. Auch die meisten Geschäfte in Deutschland sind die gleichen wie in Polen. Und trotzdem finden sich auch Unterschiede in den Kulturen, vor allem dort, wo man es am wenigsten erwartet. Am deutlichsten hat sich das beim Essen gezeigt: Eigentlich alle „typisch deutschen Gerichte” kannte meine Austauschschülerin bereits wie z.B. Spätzle mit Linsen oder Kartoffelsalat. Allerdings kannte sie teilweise sehr unterschiedliche Arten, diese zuzubereiten. Ob dies eher an den unterschiedlichen Familien oder tatsächlich an kulturellen Unterschieden liegt, lässt sich schwer sagen – interessant war diese Beobachtung jedoch auf jeden Fall.
Ein weiterer Unterschied ist, dass in Deutschland fast jeder ein regelmäßiges Hobby, etwa in einem Sportverein, wo er jede Woche mindestens einmal hingeht. Es stellt sich heraus, dass das in Polen nicht so ausgeprägt ist. Meine Austauschschülerin hat mir erzählt, dass sie ihre Hobbys nicht mit so einer regelmäßigen und festen Struktur ausübt, sondern eher dann, wenn sie mal Zeit und Lust hat.
Abschließend kann ich sagen, dass mir dieser Austausch viele neue Erkenntnisse und Erfahrungen gebracht hat. Ich würde jedem empfehlen, an einem Austausch teilzunehmen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Es war eine einzigartige Erfahrung, die ich so noch nie gemacht habe. Ich persönlich werde auf jeden Fall versuchen, weiterhin mit meiner Austauschpartnerin in Kontakt zu bleiben und sie vielleicht sogar noch mal zu treffen.
Vielen Dank Frau Kaibel und Frau Zocha für diese tolle Erfahrung!