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Unsere Teilnahme am Landesprogramm Bildung und Gesundheit

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1. Konzept

Dem Landesprogramm „Bildung und Gesundheit“ liegt der Gedanke zugrunde, dass Lernen und Bildung besonders gut gelingt, wenn sich alle Beteiligten respektieren, aufeinander achten und dadurch wohlfühlen. Da dieses Verständnis unserem pädagogischen Denken und Handeln in vollem Maße entspricht, sind wir seit April 2013 Mitglied im Landesprogramm „Bildung und Gesundheit“.

Ziele unserer Arbeit zur Erleichterung des Schulalltags für Schüler und Lehrer und der Stärkung des für die Lernprozesse so wichtigen Wohlbefindens sind:

Sichere, gesunde Arbeitsplätze

Hierzu dienen beispielsweise Begehungen der BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH, Evaluationen zur Unfallprävention, regelmäßige Brandschutzübungen und Informationen zum Verhalten in Notfällen, Auswahl höhenverstellbarer Stühle bei Neuanschaffungen, Lärmdämmung der Klassenräume im Zuge von Umbaumaßnahmen, etc.

Schule als Lebensraum

Beispiele sind die Schaffung von Ruheräumen für die Lehrer- und Schülerschaft, innerhalb und außerhalb des Gebäudes wie unsere „Oase der Stille“, unsere Cafeteria, die Gestaltung des Schulhofs, die Einrichtung des Fitnessraums sowie die Gestaltung von Arbeitsräumen und Fluren. Darüberhinaus bestehen zahlreiche Angebote der Freizeitgestaltung, auch in Freistunden und Mittagspausen, wie Arbeitsgemeinschaften, Silentium und Übermittagbetreuung.

Arbeitsentlastung

Hierzu dienen beispielsweise die Erfassung besonderer Arbeitsbelastungen des Kollegiums in dem an COPSOQ (Copenhagen Psychosocial Questionnaire) angelehnten standardisierten Verfahren IQES (Instrumente für die Qualitätsentwicklung und Evaluation in Schulen).

Hinzu kommt die Erfassung besonderer Arbeitsbelastungen der Schülerschaft durch regelmäßige Gespräche auf verschiedenen Ebenen.

Basierend auf diesen Diagnosen werden entlastende Maßnahmen, beispielsweise im Bereich der Stundenplangestaltung (Doppelstunden, etc.), der Arbeitsorganisation und der Stressreduzierung (Beratungsteam, Supervision, etc.) durchgeführt.

Bewegte Schule

Durch die Verknüpfung von Bildung mit Bewegung gelingt das Lernen sehr viel effektiver und Stress wird abgebaut. Deswegen erweitern wir stetig das Bewegungsangebot, schulen unser Personal sowie die Schülerschaft und führen neue bewegungsanregende Lernformen und Methoden ein.

Im Blick haben wir eine intensivere Vernetzung mit externen Partnern, die uns auf unserem Weg unterstützen.

Im September 2014 wurde unser intensives Bemühen um eine gute gesunde Schule mit dem Schulentwicklungspreis der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen honoriert. In der Begründung wurde hervorgehoben:

„Beim Besuch Ihrer Schule ist uns das spürbar gute Klima zwischen allen Beteiligten positiv aufgefallen. Sie fördern dieses Klima aktiv und können auf diese Weise auch von einem hohen Engagement für Ihre Schulentwicklungsvorhaben profitieren. Mit Ihrem neu entwickelten Beratungskonzept unterstützen Sie dabei Ihre Kolleginnen und Kollegen in vorbildlicher Weise und leisten damit sowohl einen wesentlichen Beitrag zur Lehrergesundheit als auch zur Verbesserung der Unterrichtsqualität. Die Vielzahl von Maßnahmen, mit denen Sie kontinuierlich und systematisch daran arbeiten, für die Schülerinnen und Schüler bedarfsgerecht weitere Räume anzubieten, haben wir besonders positiv bewertet.“

Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung unserer gemeinsamen Arbeit und verstehen die Auszeichnung als Ansporn für unsere weitere Arbeit.

Eine neue Arbeitsgruppe zur Förderung der Feedbackkultur soll durch die Förderung der kollegialen Hospitationen die Teamarbeit stärken und damit die Arbeitsbelastung reduzieren.

 

2. Historie

Seit Amtsantritt von Frau Giesen ist es vorrangiges Ziel, die Schule als Lern- und Lebensraum zu verstehen. Dies mündete 2012 in dem Fragebogen zum Thema „ Was ist eine gute Schule?“, der sowohl vom Kollegium als auch den Mitgliedern der Schulpflegschaft bearbeitet und dessen Ergebnis in den Gremien präsentiert wurde. Die Diagnose bildete eine gute Basis für die Fortentwicklung der Schule in diesem Bereich. Zugleich entstand die Idee, sich für den Schulentwicklungspreis zu bewerben und am Landesprogramm „Bildung und Gesundheit“ teilzunehmen. Die entsprechenden Beschlüsse wurden in der Lehrerkonferenz im März 2013 und in der Schulkonferenz im Folgemonat gefasst.

Darauf folgten das vom Landesprogramm vorgeschriebene Screening im Juni 2013 und die Bildung einer Arbeitsgruppe „Bildung und Gesundheit am Beethoven-Gymnasium“. Das Engagement wurde 2014 mit der Verleihung des Schulentwicklungspreises belohnt.

 Der Gewinn des Schulentwicklungspreises motivierte zu weiteren Schritten:

  • Das Konzept „Bildung und Gesundheit am Beethoven-Gymnasium“ wurde fertiggestellt. Um gezielter Maßnahmen zu fördern und beurteilen zu können, wurden drei Ziele/Säulen der Arbeit festgelegt:

1. Sichere, gesunde Arbeitsplätze schaffen und bewahren,
2. Schule als Lebensraum gestalten,
3. Arbeitsentlastung.

  • Die getroffenen Maßnahmen hingen nach Jahren geordnet im Lehrerzimmer aus. Aus Platzgründen sind inzwischen nur noch die Maßnahmen des aktuellen Jahres zu sehen.
  •  Ermutigt von der Jury des Schulentwicklungspreises entschied man sich 2014 zu einer Supervision durch die Firma „IQ Bildung“. Ein wichtiges Thema war die Arbeitsbelastung, die vermehrt angegangen werden sollte.
  • Dies mündete Ende 2014 in einem „Arbeits- und Bewertungscheck für Lehrkräfte am Beethoven-Gymnasium“, einer internetgestützten anonymen Abfrage des Kollegiums (IQES), um durch diese Diagnose die Handlungsfelder zu konkretisieren . Ende Januar wurde uns der Report zugeschickt und in der 3. Lehrerkonferenz 2015 diskutiert. Die Ergebnisse hingen für das Kollegium schon vorher aus, um sich intensiv einarbeiten zu können. Ergänzt wurden die Ergebnisse durch die COPSOQ- Abfrage 2016.

 

Durch die Auswertung entwickelten sich folgende Maßnahmen:

 

  • Ein neues Vertretungskonzept wurde erarbeitet, um Arbeitsbelastungen von Vertretungsstunden zu reduzieren und mehr Lernzeit zu erreichen. Am 9.6.2016 wurde es in der Lehrerkonferenz beschlossen und am Ende des Schuljahres 2016/17 durch das Kollegium und die Schülerinnen und Schüler evaluiert.
  • Ein Kommunikationskonzept zwischen Eltern und Kollegium entstand, um Arbeitsbelastungen zu reduzieren und Klarheit in den Kommunikations-prozessen zu schaffen. Dieses wurde in der Schulkonferenz am 14.3.2016 beschlossen.
  • Eine Arbeitsgruppe bildete sich, die sich für mehr Bewegung im Unterricht und im außerschulischen Bereich einsetzt. Diese Maßnahmen mindern Stress und damit Arbeitsbelastungen. Mit den Jahren wuchs die Bedeutung der Gruppe so stark an, dass 2017 „Bewegte Schule“ als Leitziel und damit vierte Säule aufgenommen wurde.
  • Eine weitere Arbeitsgruppe bildete sich zum Thema „Umgang mit Unterrichtsstörungen“, die eine starke Belastung für Unterrichtende darstellen. Herr Professor Biegert konnte als Referent gewonnen werden. Ziel war es, konkrete Handlungsanweisungen zu erarbeiten und in das Kollegium hineinzutragen.
  • Im Stundenplan wurden mehr Doppelstunden in Zusammenarbeit mit den Fachschaften verankert, um mehr Zeit für Lernprozesse zu haben und somit Stress zu verhindern.

 

3. Maßnahmen

1. Säule: Sichere, gesunde Arbeitsplätze z.B. durch

  • Begehungen des BAD
  • Jährliche Abfrage der Kolleginnen und Kollegen über den Zustand der Räume
  • Rundgänge der Hausmeister, besonders intensiv in den Ferien
  • Auswertung der gemeldeten Unfälle
  • Brandschutzübungen und Informationen zur Sicherheit und Verhalten in Notsituationen
  • Anschaffungen höhenverstellbare Stühle und Installation lärmdämmender Decken

 Besondere Maßnahmen 2014

  • Begehung 2014
  • Löschübung am 19.8.2014

 Besondere Maßnahmen 2015

  • Überarbeitung des Organisationsplans
  • Brandschutzübungen

Besondere Maßnahmen 2016

  • Einrichtung des Raumes B 108 als Lehrerarbeitsraum
  • Brandschutzübungen
  • Renovierung der Gymnastikhalle C005

 Besondere Maßnahmen 2017

  • Brandschutzübungen
  • Weitere Gestaltung des Lehrerarbeitsraumes

 

2. Säule: Schule als Lebensaum z.B. durch

  • Schaffung von Ruheräumen für die Lehrer- und Schülerschaft innerhalb und außerhalb des Schulgebäudes, z.B. Oase der Stille
  • Gestaltung des Schulhofs
  • Gestaltung von Arbeitsräumen, Fluren etc.
  • Gestaltung des Fitnessraums

 Besondere Maßnahmen 2014

  • Oase der Stille
  • Lehrerruheraum
  • Raum der Stille
  • EVA- Raum
  • Lehrerarbeitsraum B015

 Besondere Maßnahmen 2015

  • Weitere Gestaltung des Schulhofs
  • Evaluation bezüglich Lehrerarbeitsraum
  • Entwurf des Konzepts „Bewegungsanregende Gestaltung der Schule“

 Besondere Maßnahmen 2016

  • Entwurf des Konzepts „Bewegungsanregende Gestaltung der Schule“

 Besondere Maßnahmen 2017

  • Weiterarbeit am Konzept „Bewegungsanregende Gestaltung der Schule“
  • Evaluation der Nutzung der Lebensräume

 

3. Säule: Arbeitsentlastung z.B. durch

  • Diagnose: Erfassung von besonderen Arbeitsbelastungen des Kollegiums durch den den COPSOQ- angelehnten IQES- Fragebogen
  • Diagnose: Erfassung von besonderen Arbeitsbelastungen der Schülerschaft durch regelmäßige Gespräche
  • Ergreifung von schulorganisatorischen und individuellen Maßnahmen um die Arbeitsbelastung zu minimieren

 Besondere Maßnahmen 2014

  • Umgestaltung der Ausgabe und der Abgabe von Schulbüchern
  • Anschaffung weiterer Kopierer und Drucker
  • Einrichtung vermehrter Doppelstunden
  • Auslage des Ordners zur Lehrergesundheit; z.B. Selbsttest

 Besondere Maßnahmen 2015

  • Online-Befragung zur Arbeitsbelastung
  • Supervision: Zusammenarbeit mit der Firma „IQ-Bildung“
  • Überarbeitung des Vertretungskonzepts

 Besondere Maßnahmen 2016

  • Planung Intranet zur Arbeitsentlastung
  • Pädagogischer Tag zum Thema Kommunikation
  • Arbeitssitzungen mit Professor Biegert zum Thema Unterrichtsstörungen
  • Verabschiedung des neuen Vertretungs-konzepts

 Besondere Maßnahmen 2017

  • Weiterarbeit Intranet zur Arbeitsentlastung
  • Konzept „Umgang mit Unterrichtsstörungen“
  • Evaluation des Vertretungskonzepts
  • Weiterarbeit an der Feedbackkultur

 

4. Säule: Bewegte Schule z.B. durch

  • Erweiterung des Bewegungsangebots
  • Schulungen von Personal und Schülerschaft
  • Erstellung von Bewegungskatalogen, Einführung spezieller bewegungsanregender Lernformen und Methoden
  • Ruder- und Turnverein, Skifahrten, Bonnmarathon, Volleyball, Tanzende Füße, Lehrersport etc.
  • Externe und interne Bewegungsexperten

Besondere Maßnahmen 2015

  • Anschaffung des zweiten Basketballkorbes, des Klettergerüsts
  • Erstellung erster Karteikarten zur Aktivierung und Beruhigung

Besondere Maßnahmen 2016

  • Anschaffung der Reckstangen
  • Erstellung des Konzepts zur Nutzung des Fitnessraums
  • Einrichtung von Lerninseln auf dem Schulgelände
  • Erstellung weiterer Karteikarten zur Aktivierung und Beruhigung
  • Fortbildung von Kolleginnen und Kollegen im Bereich kognitiver Bewegungsübungen

 Besondere Maßnahmen 2017

  • Anschaffung des Hauses auf dem Pausenhof zur Aufbewahrung von Bewegungsmaterial
  • Anschaffung von Bewegungsmaterialien in Abstimmung mit der SV
  • Sportnacht der Fünftklässler
  • Interne Fortbildung im Kollegium zu kognitiven Bewegungsübungen

 

4. Bewegte Schule 

Der Bewegungsraum der Kinder ist heute mehr und mehr eingeschränkt. Gleichzeitig gewinnt bewegungsarme Freizeitgestaltung an Bedeutung. Mehr und mehr wird deutlich, dass sich Unterrichtsinhalte und -methoden, Schulorganisation sowie der Lern- und Lebensraum Schule verändern müssen, um den gewachsenen Anforderungen von Lehren und Lernen gerecht zu werden. Dabei geht es uns nicht um den Einsatz von Bewegungsaktivitäten als Kontrast zu einem langweiligen Sitzunterricht, sondern es muss vielmehr um bewegendes Lernen gehen, indem der Eigentätigkeit der Schülerinnen und Schüler hohe Priorität eingeräumt wird. Zudem sind Bewegung und Bewegungsfreude – möglichst bis ins hohe Alter – menschliche Grundbedürfnisse, die gerade bei Kindern und Jugendlichen stark ausgeprägt vorhanden sind. Diese müssen als Ressourcen im Schulalltag begriffen, gezielt zugelassen und auch nachhaltig gefördert werden. Die Erweiterung von Bewegungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler beeinflusst nachweislich nicht nur die Lernmotivation und das Lernklima positiv, sondern hat auch erhebliche Bedeutung für die motorische, kognitive, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder.

Daraus leiteten sich Leitgedanken ab, die in der Folge in eine konzeptuelle Übersicht (5 Säulen) überführt wurden, um die wesentlichen Elemente der Bewegten Schule am BG zu visualisieren. An zahlreichen, prägnanten Beispielen sollen hier konkrete Maßnahmen und Voraussetzungen am BG erläutert werden, wobei auch konkrete Informationen zur Umsetzung und zum Status der Maßnahmen (geplant, durchgeführt, evaluiert ...) aufgeführt werden.

Leitgedanken der Bewegten Schule am BG

  • Im gesamten Lebensraum Schule soll Bewegung integraler Bestandteil von Bildung und Erziehung sein.
  • Der Schulalltag soll durch Bewegung und Entspannung rhythmisiert sein.
  • Im Schulalltag sollen vermehrte Bewegungsmöglichkeiten und -angebote entstehen, die auch eigenverantwortlich von Schülern geleitet werden.
  • Bewegung soll in allen Unterrichtsfächern und im Schulalltag zu einem Prinzip des Lehrens und Lernens werden.
  • Im Rahmen eines Schulentwicklungsprozesses soll eine auf Bewegung und Gesundheit ausgerichtete Schulkultur entstehen. 

     

 

Uwe Bramstedt, stellvertretender Direktor