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Paris – weit mehr als nur Tourismus

Gruppenbild beim Austausch mit dem Lycée Stanislas in Paris, April 2008
Gruppenbild beim Austausch mit dem Lycée Stanislas in Paris, April 2008

Wofür steht Paris in den Köpfen der Menschen?? Der erste Gedanke der meisten Leute beim Wort „Paris“ geht höchstwahrscheinlich dahin, dass man sich berühmte Sehenswürdigkeiten vorträumt und wunderbare Shoppingmöglichkeiten ausmalt. Und einen zweiten Gedanken gibt es dann nicht mehr.

Doch genau einen zweiten Gedanken mussten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 und 11 haben und auch leben, vielleicht sogar ertragen. Wie jedes Jahr fuhr im April 2008 eine Gruppe Schülerinnen und Schüler des Beethoven-Gymnasiums unter der Leitung von Frau Harting für zehn Tage nach Paris, um sowohl Paris zu besichtigen als auch in französischen Gastfamilien der jeweiligen Austauschpartnerinnen und -partner zu leben und einen Schulbesuch am renommierten „Lycée Stanislas“ zu erleben. Das heißt, der „erste Gedanke“ - Tourismus - war untrennbar verbunden mit dem „zweiten Gedanken“ - Gastfamilie und französischer Schulbesuch -.

Manche Schüler hätten vielleicht lieber etwas mehr von Paris gesehen, und den Schulbesuch gekürzt. Denn Schule gab es für deutschen Austauschschülerinnen und -schüler fast jeden Tag von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr mit anschließendem anderthalbstündigen Kantinenbesuch. Ist „Schule“ für die vom „Mitmachunterricht“ verwöhnten Deutschen schon etwas sehr Interessantes in Frankreich, so kann der Unterricht auch eintönig werden: Die Lehrerin oder der Lehrer redet und redet, die Schülerinnen und Schüler schreiben und schreiben. Am Ende der Stunde hatte die Französischlehrerin ein ganzes Buch analysiert und die Schülerinnen und Schüler hatten gut drei Seiten mitgeschrieben.

Lycée Stanislas“, eine der renommiertesten Schulen in ganz Frankreich, ist streng katholisch, fasst 3000 Schüler und ist so groß wie ein ganzer Straßenblock. Dagegen ist das Beethoven-Gymnasium fast schon provinziell - renommiert sein hin oder her. Die Art des Unterrichts ist für Austauschschüler teilweise gewöhnungsbedürftig.

Sehr interessant waren die Besichtigungen am Nachmittag. Um nicht zu sehr ins Detail zu gehen, hier nur ein Auszug: Sacré-Coeur mit Umgebung, Versailles (Schloss und Park) und die Kathedrale Notre-Dame. Meist referierte eine Begleiter von Stanislas kürzer oder länger über die Sehenswürdigkeiten, oder den Schülerinnen und Schülern wurde freie Zeit zum Erkunden gewährt.

Nun, was noch fehlt sind der Abend und der Morgen eines jeden Tages sowie das Wochenende der zehntägigen Fahrt. Diese Zeiten in den Gastfamilien ließen Raum für individuelle persönliche Erfahrungen. So konnte man z.B. den Alltag einer siebenköpfigen französischen Großfamilie miterleben und mit Bewunderung beobachten, wie die Gastmutter das familiäre Leben organisierte. Diese Einblicke in das Alltagsleben waren sicher für jeden Gastschüler spannend.

Insgesamt war es bestimmt eine tolle Zeit für alle Beteiligten. Die französischen Schülerinnen und Schüler werden mit Spannung im Juni in Bonn erwartet.

Alexander Roth


(05.04.2008)


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