BG-Schüler/innen diskutieren als Europaparlamentarier
"EU-Europa ist gar nicht so kompliziert!"
Zehn Schüler/innen der Jahrgangsstufe 11 beteilgten sich an einem Planspiel zur Entscheidungsfindung auf der europäischen Ebene. Als französische Wirtschaftsministerin im Rat der Europäischen Union oder als konservativer polnischer Abgeordneter des Europäischen Parlamentes befassten sie sich mit der - auf den ersten Blick eher technokratisch klingenden - EU-Kosmetikricht-linie. Die Simulation gewann indes schnell das Interesse der Beteiligten: Gemeinsam mit weiteren 40 Mitstreiter/innen aus NRW wurden Fragen wie das Verbot von Tierversuchen, der Umgang mit Werbung oder die Sicherung des jeweiligen Wirtschaftsstandortes erörtert. Die Fraktionen und Ländergruppen erarbeiteten Beschlussvorlagen und Beeinflussungstrategien, gaben Statements im Plenum ab und suchten in Hintergrundgesprächen Verbündete. Der Verhandlungsprozess wurde von Medienvertretern kritisch begleitet und zeitnah aufbereitet.
Die Mitarbeiter von EUROSOC führten kompetent durch die verschiedenen Stationen des Planspiels und erläuterten schrittweise das relevante Mitent-scheidungsverfahren der EU, das mit den Reformbeschlüssen von Lissabon einen zentralen Stellenwert erhalten wird.
Langeweile kam an keiner Stelle auf: Die Schüler/innen übten sich nicht nur im freien Vortrag und in der diskursiven Entscheidungsfindung; es gelang ihnen vor allem, die Strukturen, Organe und Merkmale europäischer Politik zu erfassen und praktisch kennenzulernen. Komplexitätsreduktion fand auf diese Weise im doppelten Sinne statt. Das abschließende Auswertungsgespräch wurde genutzt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Simulation und Realität deutlich zu machen.
Der Friedrich-Ebert-Stiftung sei herzlich gedankt für Ihre perfekte Organisation und freundliche Aufnahme!
Jan Hendrik Winter