Knifflige Aufgaben, logisches Denken und Teamgeist: Auch in diesem Herbst hat das Beethoven-Gymnasium erfolgreich am Bonner Mathematikturnier der Universität Bonn teilgenommen! Unser Team aus fünf Schülerinnen und Schülern der Oberstufe – Anika Klebs, Anna Rohlfs, Jonas Kiesel, Tianyi Du und Malena Kunze – hat einen 2. Platz erreicht.
Am Wettbewerbstag traten in den Räumen der Telekom zahlreiche Schulen aus der Region, teilweise aber auch von weiter her, gegeneinander an. Zeitgleich fand das Turnier auch an weiteren Universitäten und Hochschulen in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Österreich statt.
Nach einer Begrüßungsrede startete der Wettbewerbsteil „Sum of us“, in dem wir uns als Team Aufgaben aus dem Bereich der Kryptographie stellten. Zuvor hatte sich jeder von uns zu Hause mit dem Vorbereitungsmaterial auseinandergesetzt, sodass wir alle Aufgaben schnell lösen konnten. In diesem Jahr waren Taschenrechner allerdings komplett verboten. Deshalb kontrollierten wir gegenseitig unsere Lösungen, um Rechenfehler möglichst zu vermeiden. Dabei wurden auch noch ein paar Missverständnisse beim kleinen Einmaleins geklärt ;-) (ich nenne keine Namen …). Entscheidend war außerdem, die vielen Aufgaben geschickt aufzuteilen – allein hat man hier keine Chance.
Zwischendurch haben wir uns allerdings sehr gewundert, warum Carl und Daniel laut Aufgabenstellung unbedingt verschlüsseln wollten, zu welcher Minute genau sie sich zwischen 14:00 und 15:00 Uhr treffen. Ein Kidnapper würde doch vielleicht auch einfach eine Stunde warten, um sie abzufangen? Und ob die Eltern vor ihren Kindern wirklich geheim halten mussten, in welchem Land sie Urlaub machen wollen, stünde auch noch zur Diskussion. Trotzdem hatten wir sehr viel Spaß an den Aufgaben. Wir haben bis zur letzten Minute gerechnet und uns danach in der Pause erholt (sprich: Tichu gespielt).
Der zweite Wettbewerbsteil war die Staffel. Dabei erhält man immer genau eine Aufgabe und bekommt die nächste erst, wenn man diese abgegeben hat; pro Aufgabe hat man mehrere Versuche. Da hier alles auf Zeit geht, muss man gut abwägen, ob es sich lohnt, an einer Aufgabe weiterzuknobeln, oder ob man sie lieber aufgibt, um eine neue zu bekommen. Die Ergebnisse wurden die ganze Zeit live vorne angezeigt, was uns natürlich zusätzlich angespornt hat – zumindest, solange man das HCM-Dreamteam ausgeblendet hat. Dieses Team aus fünf Mitgliedern des Hausdorff Center for Mathematics, das außer Konkurrenz an der Staffel teilnahm, hatte schon vor Ablauf der Zeit 500 von 500 Punkten erreicht.
Das Ganze war vor allem zeitlich stressig. Der beste Moment: In den letzten drei Sekunden (tatsächlich wortwörtlich!) haben wir die letzte Lösung (28) noch richtig geraten! (Ein bisschen Glück gehört eben auch dazu …) Umso begeisterter waren wir, als wir am Ende das zweitbeste Schülerteam waren. Sogar das Lehrerteam (320 Punkte) haben wir mit unseren 360 von 500 Punkten deutlich geschlagen. Nur ein Schulteam und natürlich das HCM-Dreamteam waren besser.
Bei der Siegerehrung wurde es dann immer spannender – zumindest einigen von uns war bis dahin gar nicht klar, dass es um so viel ging. Wir dachten, es gehe einfach um Ruhm und Ehre. Dann stellte sich aber heraus, dass die beiden besten Teams gemeinsam mit den Siegerteams aus Belgien, den Niederlanden und Österreich an einer Fahrt nach Wien teilnehmen würden!
Allerdings gab es ein kleines Problem: Weil wir mit dem Albert-Einstein-Gymnasium gleichauf lagen, gab es zwei 2. Plätze und keinen 3. Platz. In Absprache mit dem anderen Team entschieden wir, die Preise per Schätzfrage zu verteilen – etwas fairer als ein Losentscheid. Die Frage: Wie viele Primzahlen gibt es unter einer Milliarde? Hmm – von den richtigen rund 50 Millionen waren wir auf jeden Fall weit entfernt, aber es hat trotzdem gereicht.
Wir fahren nach Wien!!!