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Sparen will gelernt sein - Sozialwissenschaftskurse nehmen an Forschungsprojekt des Max-Planck-Instituts teil

Menschen mit geringerer finanzieller Grundbildung schließen eher teure Kredite ab, überziehen häufiger ihre Konten, sparen weniger für ihr Alter. Die Erkenntnisse sind nicht neu, aber wie können die entsprechenden Alltagskompetenzen in der Schule vermittelt werden? 

Zahlreiche Studien belegen einen klaren Zusammenhang zwischen der finanziellen Grundbildung eines Menschen und seinen finanziellen Entscheidungen. Bisher mangelt es jedoch an didaktisch ausgereiften Konzepten für die Schule. Daher stellte das Projekt, begleitet  von Prof. Dr. Michael Weyland von der Pädagogische Hochschule Ludwigsburg in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut Bonn, ein innovatives Vorhaben dar.

An der wissenschaftsdidaktischen Studie nahmen neben unseren Sozialwissenschaftskursen insgesamt 600 Schülerinnen und Schüler aus Nordrhein-Westfalen teil. Die Vermittlung erfolgte im Rahmen des regulären Unterrichts mit Hilfe einer plattformunabhängigen App. Während in den Experimentalklassen solche Inhalte vermittelt wurden, gab es in Vergleichsklassen den üblichen Lehrstoff.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen in finanzieller Grundbildung durch das Projekt deutlich verbessern konnten. Bei der Messung der Zeitpräferenzen stellt sich heraus, dass sie geduldiger wurden und demnach langfristiger orientierte Entscheidungen trafen als die Vergleichsgruppe.

Sofern sich dieser Trend bestätigt, wäre das keinesfalls trivial, denn dass größeres Wissen nicht nur kurzfristig zu besseren Entscheidungen führt, sondern grundlegende Verhaltenspräferenzen verändern kann, ist bisher wissenschaftlich kaum belegt.

Die Studie wird auch in einem FAZ-Artikel beleuchtet, siehe FAZ vom 11.06.2018.