Navigation

Klasse 7D zu Besuch in Brühl

Bundespräsident für einen Tag – und Flohfalle unterm Gewand: Erlebnis- und erkenntnisreiche Exkursion nach Brühl auf den Spuren des Absolutismus

Eine spannende Reise in die Vergangenheit im Kontext des Geschichtsunterrichts unternahm am 22. Juni 2017 die Klasse 7D in Begleitung von Frau Dr. Monschau und Herrn Trapp.

Die Reise führte zu den Schlössern Augustusburg und Falkenlust in Brühl, die hervorragende Einblicke in die feudale Selbstdarstellung des 18. Jahrhunderts, die repräsentative Schloss- und Gartenarchitektur und das dahinter stehende Selbstverständnis mächtiger Fürsten, in diesem Fall des Kölner Kurfürsten Clemens August, boten.

In einer ebenso spannenden wie altersgerechten Führung konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur die illusionistischen Deckenfresken des Carlo Carlone und die symbolträchtige Ausgestaltung des Gardesaals bewundern. Sie nahmen auch mit Staunen und Belustigung zur Kenntnis, dass es vom Volk als hohe Ehre angesehen wurde, auf dem Schloss zum „Augenschmaus“ geladen zu sein und von der Galerie dem Kurfürsten beim Tafeln vor der Öffentlichkeit  zuzuschauen. Dass es als Geste des Vertrauens galt, Gäste ins Paradeschlafzimmer zu führen und politische Fragen auf den Betten liegend zu verhandeln, war auch für viele ein ungewohntes Konzept.

Doch auch die spätere Nutzung des Schlosses Augustusburg im Rahmen von Staatsbesuchen internationaler politischer Würdenträger wurde für die Klasse 7D lebendig, indem sie einen Staatsempfang in dem von Balthasar Neumann gestalteten Treppenhaus nachstellen konnte  – mit Takki in der Rolle des Protokollchefs, Arber in der Rolle des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Christine in der Rolle der First Lady, Matthis in der Rolle von Michail Gorbatschow und Ana in der Rolle von Raissa Gorbatschowa. Die Tatsache, dass bei solchen Empfängen im Speisesaal Staatsbankette für ca. 75 Menschen mit sieben Gängen ausgerichtet wurden, zeigte den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung des Schlosses zu Zeiten der Bundeshauptstadt Bonn. 

Das Badekabinett im Schloss Augustusburg hinterließ ebenfalls  bleibenden Eindruck: im 18. Jahrhundert wurde vor der Übertragung von Krankheitserregern durch Wasser gewarnt. Deshalb puderte man sich und rieb sich ab – und hatte mit allerlei Parasiten zu kämpfen. So kam es, dass z. B. weibliche Mitglieder des Hofstaats nicht selten unter ausladenden Reifröcken Flohfallen trugen – befüllt mit Ochsenblut und einem kleinen honiggetränkten Stofftuch, auf dem die kleinen Plagegeister kleben bleiben sollten. Eine Darstellung einer solchen Falle findet sich an der Decke des Badekabinetts.

Der Fußweg zum Schloss Falkenlust bot im Anschluss die Gelegenheit, den prachtvollen Schlosspark mit insgesamt ca. 28000 Pflanzen aus der Nähe kennenzulernen. Der Besuch in diesem  Jagdschloss ermöglichte dann abschließend Einblicke in höfische Vergnügungen wie in die Jagd als wahrhaft fürstlichen Zeitvertreib.